Nachdem die Motivation für die wöchentlichen Posts abflachte, entschloss ich mich dazu, die ganze Sache etwas zu pausieren. Heute hat es mich wieder einmal hierher geführt und ich war wirklich ein wenig erstaunt: Letzter Post 3. März? Schon fast 2 Monate her! Es gibt Zeiten im Leben, da rauscht die Zeit an einem nur vorbei. Es sind meist die Momente, wo man stehen bleibt und zurück blickt. Ob im Großen („Och bist du groß geworden!“) oder im Kleinen (wie mit meinem letzten Post). Selten hat man in der Schule direkt das Gefühl, dass die Stunden nur so vorbei rauschen. Doch sobald man im Juli das Zeugnis in der Hand hält, ging doch alles irgendwie ganz schnell.
Bezeichnend für diesen Effekt ist das Alltagssystem, welches einen durch den Tag und die Woche schleift. Durch- oder unterbricht man das System, nimmt man die vergangene Zeit gleich viel intensiver war. Man kehrt aus dem Urlaub zurück und eine Woche Urlaub kommt einem vor wie drei.
Ich genieße solche Momente, wenn sie mich ereilen. Weil auch so schön es ist, aber man kann die Zeit nicht IMMER und ständig bewusst und intensiv wahrnehmen. Es ist ein Auf und Ab. Manche Momente, Tage und Wochen müssen auch einfach mal vorbei dümpeln, auf dass man im Anschluss die Zeit wieder voll erlebt. Eine Midlife-Crisis, in welcher man die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens feststellt, ist eine bedrückende Sache. Doch sollte man die Chance dann nutzen, auszubrechen.
Was soll man nun mit der Zeit tun?
Vorbei dümpeln lassen, dann intensiv erleben. It’s as easy as that.
„This Is Alabama. We Speak English.“
Wir sehen warme Farben. Viele Rottöne. Bedeutungslose Dudelmusik spielt ein und ein Mann tritt hervor, der am Boden eine Schleimspur hinter sich herzieht – leider kann man sie nicht sehen.
„I’m Tim James“, stellt sich der gute Mann vor. Nun, Tim hat ein Anliegen. Denn in Alabama ist man migrantenfreundlich! Warum? Nun, immerhin gibt es den Test der theoretischen Fahrprüfung in 12 Sprachen! Warum das schlimm ist? Der gute Tim gibt uns die Antwort selbst:
„This is Alabama. We speak English. If you want to live here – learn it.“ So einfach, Mensch! Doch es geht noch weiter, denn der gute Tim ist ein „Businessman“ denn unter ihm würde es nur englische Test geben – das spart schließlich Steuern. Jaja, die Tests sind schon übersetzt. Jaaa, man, das spart keine Steuern. Aber da kommt halt der Businessman hervor. Was will man da tun?
Wer den Vollpfosten wählen will – im Herbst sind Wahlen.
Aber ernsthaft: Wie migrantenfeindlich kann man sein? Es ist eine Sache, von den Menschen zu verlangen die Sprache zu lernen (wir Deutschen sind da selbst groß dabei) aber wenn ich mir das Beamtendeutsch der deutschen theoretischen Prüfung anschaue… die würde ich nicht auf Englisch schreiben wollen. Ein Test in meiner Muttersprache ist da eine tolle Geste. Es würde mir signalisieren, dass man mich hier willkommen heißt und mich nicht vergessen hat. Käme ich auf den Gedanken nicht Englisch lernen zu müssen? Natürlich nicht.
Das traurige an dieser Sache: Tim James wird seine Anhänger finden. Leider.
E-Mail Account gehackt = 50 Jahre ins Gefängnis?
Die wagemutige Aktion eines amerikanischen Studenten hat für diesen drastische Folgen: Nachdem er Sarah Palins Account gehackt hat und E-Mails daraus veröffentlichte, drohen ihm nun eine Höchststrafe von 50 Jahren. (mehr Infos).
Nun fragte ein Journalist die gute Frau Palin, ob sie 50 Jahre Gefängnis nicht für ein wenig übertrieben halte? Ihre kühle Antwort: „Das weiß ich nicht, aber ich meine, dass schlechtes Verhalten Konsequenzen haben muss.“ Hier muss man zwischen den Zeilen lesen und was es dort zu sehen gibt, ist schon mehr als beunruhigend. Wenn die Frau sagt, dass „schlechtes Verhalten Konsequenzen haben muss“ dann klingt das für meine Ohren doch stark nach einer Zustimmung. Doch kann man tatsächlich so verballert sein und einem solchen Jungen 50 Jahre Gefängnis wünschen? Er hat einen Fehler gemacht, keine Frage. Obwohl es ihm zugegebenermaßen nicht sonderlich schwer gemacht wurde, gehört er bestraft. Wie mit Schnee schnippen. Alten Menschen über die Straße helfen. Oder man lasse ihn auch einen Tag auf ner harten Pritsche schlafen…aber 50 Jahre?! Sollte mich ein Anfall akuter Aggression übermannen und ich mit dem Küchenmesser morden gehen – ich würde besser wegkommen.
Mein Glaube an die Justiz ist noch nicht derart verkommen, dass ich nicht an einen guten Ausgang des Prozesses glaube. Mich schockiert nur die mehr oder weniger deutliche Aussage von Frau Palin. Kann sie es wirklich gut und gerecht finden, dass der Junge wegen ein paar ollen E-Mails erst mit 72 Jahren wieder rauskommen soll? Sein ganzes Leben im Eimer ist? Wenn sie es tut, dann möge Gott sie vor Amerika bewahren.
Sind Busfahrer der Spiegel unserer Gesellschaft?
Bei einem Einstellungsgespräch wird die Mittagszeit überschritten; der Personalchef hat eine enge Auswahl getroffen. Diese Favoriten werden nun zum Geschäftsessen gekarrt. Kann sich der Bewerber benehmen? Und noch viel wichtiger: Wie geht er mit der Bedienung um? Denn wer weiß nicht: Im Umgang mit der Bedienung zeigt sich das wahre Wesen eines Menschen.
Diese allgemeine Weisheit zu Grunde legend, kam mir die Tage der Gedanke, ob ein Land immer so freundlich ist, wie seine Busfahrer. Denn haben Busfahrer einen Grund glücklich zu sein? Spontan fallen mir nur wenige ein – Bus fahren stelle ich mir als eine recht öde Angelegenheit vor. Dennoch hat so ein Linienbusfahrer täglich mit teilweise mehreren Hundert Menschen zu tun. Jeder einzelne Fahrgast muss am Busfahrer vorbei. Wer kennt sie nicht? Da gibt es die freundlichen Gäste, die dem Busfahrer zunicken, die besonders freundlichen die sogar mal „Hallo“ sagen und schließlich auch die weniger freundlichen, die gerade einmal die Güte erweisen, ihre Fahrkarte vorzuzeigen.
Doch die Reaktionen des Busfahrers im Vergleich zu anderen ist immer unterschiedlich! Hier in der Stadt kennt man die Busfahrer. Wir haben den kleinen, stabilen Günther. Mit seinem Schnauzer und seiner tiefsitzenden Brille macht er immer einen mürrischen Eindruck. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, jedem (!) Fahrgast zurück zu grüßen.
Hassan ist ein weiterer Fahrer dieser Linie. Schwarze Haare, relativ mager beachtet er die einsteigenden Fahrgäste nicht einmal, geschweige denn ihre Fahrkarten. Ein „Hallo“ lässt er in der Luft verpuffen. Puff. Wenn er dann nicht gerade wie der Henker durch die Straßen rast, dreht er seinen türkischen Radiosender auf maximale Lautstärke. Manche bezeichnen diesen Bus an einer Ampel fieserweise schon als „Türkendisco“.
Doch dann die große Überraschung: Auf einer Privatfahrt mit dem guten Hassan entwickelte er plötzlich richtige Entertainer-Qualitäten. Er begrüßte jeden persönlich, machte lustige Sprüche und fuhr auch nur wie ein kleiner Henker.
Die Theorie „Busfahrer = Zustand der Gesellschaft“ ist gewagt, zugegeben. Aber wenn ich mir unsere Busfahrer so anschaue, spiegeln sie Deutschland doch recht gut wieder. Motzig im Alltag, höchstens neutral und bei besonderen Anlässen dann doch super gelaunt! Nun müsste man nur in andere Länder reisen um die Theorie zu bestätigen. Ein weiterer Punkt auf der endlosen To-Do Liste!
Referendare und ihre hilflosen Opfer

Referendare und ihre hilflosen Opfer
Jedes Jahr im Februar wandeln sie wie geklonte Zombies durch die Gänge: Referendare. Brav folgen sie, zumeist leicht schlurfend, ihren Meistern. Bis zum Tag X. Dann übergibt man sie ihren hilflosen Opfern, ihren degradierten Versuchskaninchen während der Meister hinten hämisch sitzt und sich freut, dass ein anderer Doofer die Meute heute unterhält…
Natürlich gab es auch dieses Jahr keine Ausnahme und die neue Fuhre der Möchtegern-Lehrer durchstreift momentan die Schule. Die ersten werden bereits an den Unterricht heran gelassen. Sie unterrichten. Jedenfalls versuchen sie es. Die einen stehen vorne und ich als Schüler mache mir Sorgen, dass der gute Mensch da vorne gleich vor Nervosität stirbt oder ich quäle mich mit einem extrem motivierten Referendar herum, der allen zeigen will, was er drauf hat. Am Ende zeigt er das genaue Gegenteil.
Doch es gibt auch Ausnahmen in der Schar der Zombies. Meiner Klasse wurde vergangenes Jahr eine Referendarin zugeteilt im Fach Englisch. Sie war hübsch (was mir relativ egal war) und sie konnte es. Mit anderen Worten kann man es nicht bezeichnen. Sie wusste wie der Unterricht läuft, sie konnte eine Verbindung zum Schüler aufbauen und uns wirklich motivieren. So sollte ein Referendar sein. Eine Parallelklasse hatte es da schon schlimmer erwischt. Ihr Mathereferendar war eine ziemliche Pfeife. Neben unterirdischen Noten bekam der gute Mann am Ende eine „Verlängerung“. Auf gut Deutsch: Er ist zu doof für den Beruf.
Als Schüler ist man diesen Experimenten hilflos ausgesetzt – man kann nur hoffen, solche Nieten nicht zu bekommen wenn es wichtig wird. Wie in der Oberstufe. In einem Hauptfach. Wie Deutsch.
Ratet mal, wen ich in einem Hauptfach habe…
Warum es keine Ferien-Flatrate geben sollte

Warum es keine Ferien-Flatrate geben sollte
Heute haben die kleinen Karnevalsferien der Schüler ihr Ende gefunden. Wer gestern einen Blick auf diverse Seiten wie Facebook oder SchülerVZ geworfen hat, wird gesehen haben, wie sich manche verzweifelt eine „Ferien-Flatrate“ wünschen. Aber ist es wirklich das wahre? Ferien sind toll, dass wird wohl niemand bestreiten. Ferien sind aber auch langweilig. Irgendwann. Meist genau dann, wenn man zu träge wird, sich überhaupt noch vor 12 Uhr aus dem Bett zu raffen. Oder neue Leute kennen zu lernen oder überhaupt etwas zu unternehmen. Man mag es mit Arbeitslosen vergleichen. Am Anfang genießt man die zwangsverordnete Arbeitspause und lebt in den Tag hinein. Aber irgendwann wird es öde und man will wieder etwas tun, sich selbst bestätigen; kurz: Arbeiten.
Genauso mag man sich an langen Ferientagen im Bett, vor dem Sofa oder im Eck irgendeiner Party wälzen und sich nichts sehnlicher als den Schulbeginn, die Wiederkehr eines geregelten Alltags wünschen.
Interessant wäre es an dieser Stelle zu wissen, wie die Amerikaner mit ihren ewigen (= 3 Monate) Sommerferien umgehen. Wenn man sich hierzulande schon nach 6 Wochen kaum mehr bewegen kann, wie ist es dann erst nach 3 Monaten?
Allgemein lässt sich jedoch festellen, dass dieses Phänomen des „Wieder-Schule-haben-wollens“ genau solange anhält, bis man am ersten Schultag, zur ersten Stunde, dem Koma nahe, in seinem Stuhl versinkt. Was man sich DANN wohl am meisten wünscht…?
Der absolute Schulwahnsinn #1

Neben den einfachen Postings möchte ich auch etwas Continuity (wie es der übercoole-“on-the-internet-surfer“ ™ Profi ausdrücken würde) reinbringen. Um das zu erreichen, wird es fortan jeden Dienstag einen Post zu meinem „absoluten Schulwahnsinn“ geben. Dazu passend geht morgen auch der Unterricht wieder los und ich bin mir sicher: Es wird sich genug erreignen.
Gefangen in der Realität!
„Gefangen in der Realität“ – so lautet der Titel meines Blogs, den ich ab jetzt führen werde! Freut mich, dass du hergefunden hast. Worum soll es in diesem Blog gehen? Nun, dass weiß ich selbst noch nicht so genau. Bewegen tut mich das Thema „Schule“, da ich tatsächlich noch in der Schule bin und dem verrückten Alltag Tag für Tag schutzlos ausgesetzt bin.